Donnerstag, 17. April 2014

Schule, Karneval und Hundebabys...


Ich habe ja nun schon eine ganze Weile nicht mehr geschrieben. Jetzt aber!

Die Sommerferien sind vorbei und die Schule hat wieder angefangen. Angesetzt war der Schulstart auf den 3. Februar, aber da ihr ja Bolivien und die Insel schon ein bisschen kennt, könnt ihr euch sicherlich denken, dass das nicht der Fall war. Zwar waren an diesem Montag alle Lehrer anwesend, nur keine Schüler.
Die Lehrer, unter Anderem auch wir, mussten vor den (anwesenden) Gemeindemitgliedern und den Direktoren schwören, dass wir den Kindern dieses Jahr mit Freude und Ehrgeiz unser Wissen übermitteln. Natürlich haben das alle brav gemacht und danach gab es auch schon, welch Überraschung, Essen und Bier.
Das nächste große Ereignis war dann auch schon Karneval.
Hier ist es Brauch, sich an Karneval nass zu spritzen. Man hat Wasserbomben, Wasserpistolen oder auch Schaum zum Sprühen.
Anfang März hatten wir eine Woche frei und konnten so nochmal reisen. Am letzten Schultag gab es in der Schule statt Unterricht eine riesen Wasserschlacht. Eigentlich war es so, dass alle Schüler der Grund- und Sekundarschule es auf uns Freiwillige abgesehen hatten. Dementsprechend sahen wir dann auch schon nach kürzester Zeit aus. Aber es war ziemlich witzig und wir konnten wenigstens ein paar Schüler auch noch nass machen. Wir dachten schon wir hätten es geschafft ohne in den See geschmissen zu werden... Nichts da! Als wir uns umziehen gehen wollten, um danach mit den Lehrern nach La Paz zu fahren, haben sie uns doch noch bekommen. Aber da wir sowieso schon komplett nass waren, hat das dann auch keinen Unterschied mehr gemacht.
Leon ist nach Oruro gefahren, wo es den berühmtesten und größten Karneval Boliviens gibt. Ich bin mir sicher, dass er dazu etwas auf seinem eigenen Blog geschrieben hat.
Am 3. und 4. März war der "Geburtstag" der ganzen Häuser und Boote. Um das gebührend zu feiern, haben wir unser Haus erst mit Girlanden und Luftballons geschmückt und dann mit, was auch sonst, Bier bespritzt. Danach ist es Brauch sich bei dem Haus zu bedanken. Dazu haben wir Blumenblätter und kleine Süßigkeiten um das Haus verteilt und auf das Dach geworfen und dabei gedankt.

Natürlich musste der Rest des Bieres auch getrunken werden.
Wohlbemerkt: Es war 8 Uhr Morgens...
Aber die eigentliche Feier war, hier auf der Isla, am kommenden Wochenende. Wir haben mitgetanzt und hatten deshalb auch Kostüme. Die Jungs hatten Anzüge, in denen sie ein bisschen wie Cowboys aussahen, nur mit gruseligen Masken. Wir Mädels haben uns von der Schwester von Nelson die typische Cholita Kleidung ausgeliehen. Insgesamt hatten wir 4 Unterröcke und einen Oberrock an. Gefühlt haben diese fünf Röcke 10 Kilo gewogen...und so unwahrscheinlich ist das gar nicht, dass es wirklich so ist. Natürlich hatten wir auch die typischen Hüten auf.

Ich frage mich, wie die Cholitas hinbekommen, dass die Hüte so halten, bei uns war das schon mit Spangen schwierig.
Aber eigentlich war das Schönste daran, dass wir uns so „verkleidet“ haben, wie die Einheimischen und besonders die Kinder reagiert haben: „Wie hübsch Du aussiehst“ oder „Heute seht ihr richtig schön aus“. Und wir haben uns beim Tanzen gar nicht so schlecht angestellt, so dass wir auch nicht sehr aufgefallen sind.
Alle, die keinen festen Tanzpartner hatten,
haben mit "Pepinos" also Clowns getanzt.

Zu dem Kostüm der "Choleros", also der Männer, gehören auch diese Masken dazu. Haben sie diese auf, sprechen sie mit verstellter Stimme, so dass keiner sie erkennen kann.
Dieser Brauch ist dazu gedacht, dass die Männer die Frauen, die sie toll finden, unerkannt zum Tanzen auffordern können. Den gleichen Zweck haben auch die Clownskostüme.

So, jetzt aber mal genug von Karneval. Sol, unsere Gastmutter, und Cielo, ihre kleine Tochter, sind im Januar nach Tarija, im Süden Boliviens, gezogen. Sol hat eine Krankheit, bei der Wärme guttut, und Cielo sollte dort in die Schule gehen. Sol´s Familie wohnt dort und die Schule dort ist im Vergleich zu der auf der Isla wesentlich besser.
Da Cielo Mitte März Geburtstag hat, haben wir sie für ein paar Tage in Tarija besucht. Um einmal zu verdeutlichen, was wir auf uns genommen haben, um an Cielos Geburtstag bei ihr zu sein: 2 ½ Stunden Bootsfahrt von der Isla nach Copacabana (es hat auch noch geregnet, so dass wir völlig durchnässt in Copacabana angekommen sind), 4 Stunden von Copacabana nach La Paz und dann nochmal 20 Stunden von La Paz nach Tarija. Also insgesamt haben wir fast genauso lange gebraucht, wie von Deutschland nach Bolivien.
Aber es hat sich gelohnt. Mir war es gar nicht so bewusst, aber ich habe Sol und besonders Cielo sehr vermisst und fand es super schön, sie mal wieder zu sehen. Außerdem liegt Tarija sehr viel tiefer als La Paz, so dass es dort viel Grün gibt und es super warm ist. Das war ein ziemlich großer Unterschied zu der Isla, auch wenn es hier auch warm ist. Aber es war mal ein sehr schöner Kurzurlaub. Auch wenn die An- und Abfahrt fast genauso lange gedauert hat, wie wir da waren...

Wir hatten wieder Besuch von Zahnärzten aus Deutschland. Als wir im August angekommen sind, waren ja schon vier Zahnärzte von der Organisation Dentists and Friends auf der Insel, da hier gerade eine kleine Zahnarztpraxis gebaut wurde. Für die Bewohner der Insel sind alle Behandlungen komplett kostenlos und wenn man sich die Zähne hier mal ansieht auch bitter nötig. Auf jeden Fall sind im Moment wieder zwei junge Zahnärztinnen da. Die beiden haben gerade ihr Studium abgeschlossen und sammeln jetzt Erfahrungen bevor es in die richtige Arbeitswelt geht. Und nachdem sie das hier gemeistert haben, kann sie eigentlich nichts mehr schocken. Also Doreen, Sina: Ihr schafft alles! :)

Übrigens weiß ich meinen Flugtermin: 20. Juli 2014 Ankommen tue ich am 21. Juli gegen 21 Uhr dieses Mal direkt in Berlin.

Und zum Abschluss noch eine schöne Nachricht:
Unserer Hündin, Negra, hat vor ein paar Wochen Babys bekommen!

Und das ist Pepe unser Esel. Er ist circa ein Jahr alt und weil seine Mama sich nicht gut um ihn kümmern konnte, haben wir ihn jetzt. Aber mal sehen wie lange noch, er ist ziemlich einsam...

Auch wenn man es noch nicht erkennen kann:
Das wird mal ein Steg!